Alpnachstad

Bereits 8000 – 500 vor Christus wurde die Route Rengg-Brünig genutzt. Erste Hinweise auf organisiertes Fährwesen und eine Schenke in Alpnachstad stammen aus dem Mittelalter. 1702 wurde die Kapelle erbaut und gab Bauern und Fährleuten Ehre und eine neue Identität. Es bestanden mehrere Susten.

Ab 1789 wird das „Weisse Rössli“ genannt, das Major Britschgi 1863 übernahm und in Hotel Pilatus umbenannte. Der Verkehr zu Land und auf dem See hat für Alpnachstad immer eine grosse Rolle gespielt.

Der Bau der Pilatusbahn von 1886 bis 1889 war ein technisches Wunderwerk und erregte weltweites Aufsehen. 1888 wurde die Brünigbahn zwischen Alpnachstad und Brienz eröffnet. 1889 wurde die Bahnstrecke Alpnachstad nach Luzern in Betrieb genommen.

Major Britschgi

Major Melchior Britschgi-Wallimann (1830-1904) stammte aus einfachen bäuerlichen Verhältnissen im Ober-Balisried in Alpnach. Seine grossen Begabungen ermöglichten es ihm trotz kurzer Schulbildung (2 Jahre Kollegium in Sarnen) zwischen 1853 und 1861 in fremden Diensten militärische Karriere bis zum Rang eines Major zu machen.

Nach seiner Rückkehr schlug Britschgi die Laufbahn als erfolgreicher Hotelier und Tourismusförderer ein (1863: Übernahme des Hotel „Pilatus“, 1864 Pächter des Hotel „Bellevue“ auf Pilatus-Kulm (ab 1876 Besitzer), 1876: Übernahme des Hotel Klimsenhorn mit Kapelle).

In den 1880er Jahren war Britschgi massgebender Mitinitiant bei der Gründung der Aktiengesellschaft zum Bau der Pilatusbahn (1886). Mit der Eröffnung der Pilatusbahn (1889) und der Inbetriebnahme des neuen Kulmhotels erlebte er seinen grössten Erfolg bei der touristischen Erschliessung des Pilatus.

Britschgi war einer der einflussreichsten Politiker auf Gemeinde- und Kantonsebene, und zwar unter anderem als Gemeindepräsident, Kantonsrat und Regierungsrat.

Majorenhaus

Als aufstrebender Hotelier liess sich Major Melchior Britschgi einen stattlichen, spätbiedermeierlichen Wohnsitz errichten, mit dem er seine in den 1850er Jahren in fremden Kriegsdiensten in Italien erlangte Ehre und Würde unterstreichen wollte.

Das um 1862/63 erbaute Wohnhaus kam nahe ans damalige Ufer des Alpnachersees zu stehen, worauf als Schutz vor Überschwemmungen das gemauerte Sockelgeschoss hindeutet.

1878 bewilligt ihm der Regierungsrat eine grössere Seeaufschüttung im Gebiet des heutigen Bahnhofplatzes. Die Fassadengestaltung war ursprünglich streng symmetrisch.

Um die Jahrhundertwende erfuhr der Bau mit der asymmetrischen Angliederung eines Turmes sowie mehrgeschossiger Balkone eine prägende Umgestaltung im Sinne des Schweizerhausstils (Holzbaustils).

Das Haus ist seit mehreren Jahren unbewohnt.

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